„Start-up HR“ – Interview mit Christian Vetter von HRForecast über People Analytics

HR-Start-ups bringen derzeit viel frischen Wind in die Personal-Szene. In dieser Interviewreihe werden einige innovative Lösungen vorgestellt, die dafür sorgen sollen, dass die Personalarbeit in Zeiten der Digitalisierung noch einfacher, effektiver und effizienter wird. In meiner Interviewreihe „Start-up HR“ spreche ich heute mit Christian Vetter von HRForecast. Mit gezielten Datenanalysen hilft HRForecast dabei, „Hidden Jewels“ im Unternehmen zu identifizieren und führt dabei Big Data-Expertise mit Strategie-Know-how zusammen.

Was ist die Idee hinter Eurem Start-up und was war Deine ganz persönliche Motivation, mit der Du das Unternehmen (mit-)gegründet hast? 

HRForecast gehört zu den ersten Unternehmen, die das Potential von Big Data im HR Umfeld erkannt haben. Das Portfolio umfasst Lösungen für das gesamte Spektrum strategischer Personal- und Unternehmensplanung. Ganzheitliche Modelle und Konzepte, die Nutzung vernetzter Daten, proaktives Personalmanagement oder die Dynamisierung von Belegschaften: Unaufhörlich wachsende Datenbestände reduzieren wir auf die wirklich wichtige Essenz. Die Motivation hinter der Gründung von HRForecast liegt in unserer Überzeugung, dass moderne Big Data Technologien es Managern heute endlich ermöglichen, bessere und schnellere Entscheidungen zu treffen. Ich persönlich schaffe es durch HRForecast, meine Passion für Daten auszuleben und dabei zu jeder Zeit die Welt, in der wir arbeiten, ein bisschen besser zu machen.


Administrative HR-Manager werden zu strategischen Entscheidungsträgern


Welchen konkreten „Need“ Eurer Kunden sprecht Ihr an und welchen strategischen und/oder operativen Mehrwert bietet Ihr Euren Kunden?

Die Daten im Unternehmen werden durch unsere Tools und Services zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil. Egal ob es um strategische Personalplanung, Skill Management oder Talent Management geht, wir helfen unseren Kunden dabei, die Belegschaft optimal auf die digitale Zukunft vorzubereiten. HR-Manager, die in vielen Unternehmen ein Dasein als Administrator und Verwalter erfahren, werden durch uns zu strategischen Entscheidungsträgern, setzen sich also von den Beifahrersitz auf den Fahrersitz und gestalten die Zukunft des Unternehmens, in dem Sie arbeiten aktiv mit. „Das ganze Unternehmen redet von Big Data und ausgerechnet HR setzt dieses Thema mit einer großen strategischen Relevanz um“, sind Zitate, die wir immer wieder von Managern unserer Kunden hören. Das macht uns stolz.

Was genau unterscheidet Euch von anderen Anbietern auf dem Markt?

Es gibt einige Anbieter am Markt, die Daten hervorragend visualisieren können. Es gibt des Weiteren andere Anbieter, die eine hohe Kompetenz rund um das Thema HR-Strategien mitbringen. Wir bilden die Klammer um diese Themen, indem wir teils hochkomplexe, strategische Fragestellungen gemeinsam mit dem Kunden beantworten, aus Big Data echte Smart Data machen und am Ende Analysen und Handlungsempfehlungen liefern. Das funktioniert dank unsere Expertise im Bereich Big Data sehr viel schneller und günstiger als bei den klassischen Beratungen. Außerdem bildet unsere riesige Sammlung an externen Daten, z. B. über Stellenausschreibungen oder Arbeitsmarktanalysen, einen zusätzlichen Mehrwert, da jeder Kunde somit Zugriff auf wertvolle Informationen außerhalb des eigenen Unternehmens hat. Dadurch, dass wir keine Stand-Alone-Tools anbieten, sondern den Kunden von der ersten Phase der Analyse bis zur Ableitung von Maßnahmen als Dienstleister begleiten, stellen wir sicher, dass der Kunde sich auf das Wesentliche konzentrieren kann und keine Zeit beim Datenhandling verliert.


Mit Datenanalysen lassen sich „Hidden Jewels“ im Unternehmen gezielt identifizieren


Was sind in der Praxis konkrete Einsatzzwecke/Use Cases für Euer Produkt? Kannst Du dazu eine kurze Success Story beschreiben?

Gemeinsam mit unserem Kunden Continental haben wir dieses Jahr z. B. den European Excellence Award gewonnen. Das prämierte Projekt umfasste die Analyse unstrukturierten Datensätzen von weltweit über 9.000 Ingenieuren. Mit unseren Algorithmen haben wir es geschafft, in weniger als zwei Monaten das Wissen im Unternehmen sichtbar und somit planbar zu machen. Das Ergebnis haben wir dann mit den Anforderungen des zukünftigen Geschäftsmodells gegenübergestellt. Gemeinsam konnten wir eine Vielzahl strategischer Maßnahmen ableiten. Oft lag der Mehrwert auch im Detail, z. B. als wir für einen konkreten Skill, der in der Zukunft besonders wichtig sein wird und am Arbeitsmarkt fast gar nicht verfügbar ist, ein paar Mitarbeiter mit genau diesem Skill an einem Standort identifizieren konnten. Die Identifikation dieser so genannten „Hidden Jewels“ sowie die flächendeckende Analyse von Chancen und Risiken der einzelnen Standorte in der Kürze der Zeit war ein großer Erfolg für uns.

Welche Voraussetzungen muss ich als Unternehmen schaffen, um Euer Produkt/Eure Leistung gezielt einsetzen zu können? Welche Fallstricke lauern Deiner Erfahrung nach in der Praxis und wie können diese gelöst werden?

Eigentlich kann jedes Unternehmen im Personalbereich mit Big Data arbeiten. Viele Unternehmen denken, Sie hätte nicht die benötigte Datenqualität oder -quantität. Wir versuchen, gegen dieses Vorurteil mit schnellen Lösungen – auch bei subjektiv nicht ganz optimal eingeschätzter Datenqualität – vorzugehen. Grundsätzlich muss man sagen, dass unter einer Belegschaftsgröße von 500 Mitarbeitern irgendwann die Grenze erreicht ist, bei der sich der Aufwand für die relativ geringe Mitarbeiterzahl nicht mehr ganz lohnt. Für gezielte Fragen rund um das Thema Recruiting und Talent Management kann man aber auch als kleines Unternehmen von unseren externen Daten profitieren, da diese ja unabhängig von der eigenen Unternehmensgröße sind.


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Über Christian Vetter

vetterChristian Vetter durchlief nach seinem Dualen Studium mehrere Positionen im Siemens Konzern, u. a. im Vertrieb und in der Supply Chain Planung bei der Lichtsparte Osram. Seit der Gründung von HRForecast ist er als Geschäftsführer für die Produktbereiche Datenanalyse und Simulationen zuständig. Durch seine interdisziplinäre Erfahrung sowohl in der Industrie als auch in der Beratung, hat er ein breites Verständnis von personalwirtschaftlichen Problemstellungen sowie von deren Beantwortung unter Verwendung innovativer Datentechnologien.

Homepage: www.hrforecast.de|  Twitter: @peopleForecast


Quelle des Artikelbilds: shutterstock

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