„Start-up HR“ – Interview mit Sarah Bohlmeier von teambay über wirksames Echtzeit-Feedback

HR-Start-ups bringen derzeit viel frischen Wind in die Personal-Szene. In dieser Interviewreihe werden einige innovative Lösungen vorgestellt, die dafür sorgen sollen, dass die Personalarbeit in Zeiten der Digitalisierung noch einfacher, effektiver und effizienter wird. In meiner Interviewreihe „Start-up HR“ spreche ich heute mit Sarah Bohlmeier von teambay. teambay bietet Unternehmen ein digitales Tool zur Durchführung von Mitarbeiterbefragungen, um durch Echtzeit-Feedback Produktivität, Zufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter zu steigern.

Was ist die Idee hinter Eurem Start-up und was war Deine ganz persönliche Motivation, mit der Du das Unternehmen (mit-)gegründet hast? 

teambay bietet eine Online-Software zur regelmäßigen Kommunikation mit den Mitarbeitern an. So können Themen rund um Zufriedenheit, Produktivität und Arbeitsbeziehungen sowie Führungsthemen angegangen werden. Unser Tool verwendet einen eigens kreierten, wissenschaftlich fundierten Fragenkatalog. Wir bieten aber auch Beratung zur Umsetzung individueller Fragen und Folgemaßnahmen an – ebenso Trainings. Unser Tool vereinfacht und beschleunigt Prozesse: Wir ermöglichen eine regelmäßige und konstruktive Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Management, das Ganze flexibel je nach Bedarf und intuitiv nutzbar.

Meine persönliche Motivation und die Idee, teambay mit zu gründen entstand tatsächlich direkt in der Praxis. In meiner Zeit als Personalentwicklerin bei Kühne + Nagel war ich selbst auf der Suche nach einem Tool, das es mir ermöglicht, mit unseren Mitarbeitern in den kontinuierlichen Dialog zu treten und diese mit in unsere Prozesse und Entscheidungen einzubinden. Diese Suche blieb erst einmal erfolglos, da kein Tool all meinen Anforderungen entsprach. Über eine Freundin lernte ich meinem Mitgründer Adam Ahmad-Moalla kennen, der selbst an einer Idee für ein HR Tool arbeitete. Gemeinsam entwickelten wir dann teambay.

Welchen konkreten “Need” Eurer Kunden sprecht Ihr an und welchen strategischen und/oder operativen Mehrwert bietet Ihr Euren Kunden?

Durch Expansionen, schnelle Veränderungsprozesse und vor allem die Digitalisierung ist die Nachfrage nach einem umfassenden, innovativen Mitarbeiterfeedback-Tool höher als je zuvor. Durch diese Beschleunigung der Prozesse entstehen viele Faktoren, die sich tagtäglich auf die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter auswirken. Gängige Faktoren, die Mitarbeiter unzufrieden machen, sind zum Beispiel die fehlende oder zu geringe Wertschätzung am Arbeitsplatz, eine unausgeglichene Work-Life-Balance, fehlende Karriereentwicklung, zu wenig Transparenz oder auch eine unzureichende Vergütung. Selbst Mitarbeiter, die tatsächlich eine Rückmeldung geben, haben oft das Gefühl, dass ihr Feedback weder ernst genommen noch in der Entscheidungsfindung berücksichtigt wird. Wenn Mitarbeiter generell nicht verstehen, was im Unternehmen vorgeht und sie dazu nichts beitragen können, verschlechtert sich dieses Gefühl zunehmend. Ein verständlicher und innovativer Feedback-Prozess ist ungemein hilfreich, um die Transparenz, den Dialog zwischen Unternehmen und Mitarbeitern und somit auch die Mitarbeiterbindung zu verbessern. Das können altbekannte, jährliche Umfragen in der heutigen, schnelllebigen Zeit nicht mehr leisten, in welcher Veränderungen im Arbeitsgeschehen oft abrupt und unvorhergesehen eintreten. Unsere Kunden schätzen vor allem das kontinuierliche Echtzeit-Feedback und die flexiblen Fragemöglichkeiten die teambay bietet.

tool

Was genau unterscheidet Euch von anderen Anbietern auf dem Markt?

Was uns wirklich von unseren Konkurrenten abhebt ist der Fakt, dass wir nicht nur ein Onlinebefragungs-Tool sind. Wir lassen all unsere Expertise aus den Bereichen Sozialwissenschaft, Personalentwicklung und Technologie in unsere Software mit einfließen. Unser Tool gibt den Mitarbeitern die Möglichkeit, anonym ehrliches Feedback zu geben und Managern die Chance, die Ergebnisse zu nutzen und positive Veränderungen im Unternehmen herbeizuführen. Der offene Dialog gibt Mitarbeitern und Managern die Möglichkeit, ihren Teil zu einer besseren Unternehmenskultur beizutragen. Im Vergleich zu Mitbewerbern fokussieren wir uns mit unseren Kunden auf die Themenfelder, die für den Kunden wirklich wichtig sind. Anstatt einen unübersichtlichen, allgemeinen Schwall an Daten zur Verfügung zu stellen, zeigen wir nur die wichtigsten Werte und erarbeiten mit unseren Kunden außerdem kundenorientiert passende Fragenpläne und Analysen. So fördern wir positive individuell Veränderungen und genau das ist es, was sich in den Ergebnissen unserer Kunden widerspiegelt.

Was sind in der Praxis konkrete Einsatzzwecke/Use Cases für Euer Produkt? Kannst Du dazu eine kurze Success Story beschreiben?

teambay Kunden, die sich über ein breites Spektrum von Branchen, Größen und Standorten verteilen, stellen massive Verbesserungen in den Bereichen Führung und Kommunikation fest. teambay erlaubt es seinen Kunden, Problembereiche und Handlungsfelder genau festzustellen. Dadurch und durch die Beratung mit einem erfahrenen Corporate HR Manager, verbessert sich das Change Management der Kunden um durchschnittlich 20,2%, die wahrgenommene Gerechtigkeit im Team um 15,5% und die Mitarbeiter-Management-Beziehungen um 10,5%. Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben sich direkt zu beteiligen hat sich als absoluter Vorteil für Unternehmen erwiesen, da Manger eben dieses Feedback nutzen können, um Veränderungen zu initiieren. Zu unseren aktuellen Kunden gehören große Organisationen wie DB Netze, Sephora, arvato Bertelsmann, King’s College London, SumUp und Planet Sports.

Um eine Success Story konkret zu nennen: Ein Kunde von uns (Zahlungsdienstleister) stand vor der großen Aufgabe eine Unternehmensfusion zu meistern. Die Herausforderung dabei bestand vor allem darin, große Veränderungen schnell umzusetzen ohne die Mitarbeiter im Prozess zu verlieren. Im Unternehmen hatten schon vorher Merger und Umstrukturierungen stattgefunden, sodass seitens der Mitarbeiter ein hohes Stress-Level, Unsicherheit und die Angst, gekündigt zu werden, vorherrschte. Gemeinsam mit unserem Kunden setzten wir teambay auf und kreierten einen angepassten Fragenplan, um die Zufriedenheit der Mitarbeiter in Bezug auf die Veränderungen über den Zeitraum der Fusion hinweg festzustellen. Vor allem unser HR Knowledge und die Nähe zu unserem Kunden half dabei, den Kunden über den Fusions-Zeitraum hinweg zu unterstützen und beratend zur Seite zu stehen. Die Mitarbeiter des Dienstleisters hatten durch teambay endlich ein Sprachrohr, um die anfallenden Themen zum Merger und den aktuellen Veränderungen anzusprechen und eigene Ideen mit einzubringen. Das Management konnte im Umkehrschluss direkt durch teambay auf Feedbacks antworten und so in den Dialog mit den Mitarbeitern treten, ihnen Ängste nehmen und mit Rat zur Seite stehen. Dadurch war das Unternehmen in der Lage Probleme und Anpassungen im Change-Prozess anzugehen, bevor diese in Widerstand oder Unproduktivität seitens der Mitarbeiter umschlugen.

Welche Voraussetzungen muss ich als Unternehmen schaffen, um Euer Produkt/Eure Leistung gezielt einsetzen zu können? Welche Fallstricke lauern Deiner Erfahrung nach in der Praxis und wie können diese gelöst werden?

Da teambay eine webbasierte Plattform ist, entsteht kein hoher Aufwand bei der Aufsetzung. Um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter teambay jedoch als anonymes Tool nutzen, sollte im Vornherein klar und transparent kommuniziert werden, wofür teambay steht und was mit dem kontinuierlichen Feedback passiert. Außerdem macht es Sinn, den Betriebsrat direkt in die Entscheidungsprozesse mit einzubinden, um Prozesse zu beschleunigen. Bei der Nutzung von teambay ist es wichtig, das gesammelte Feedback zu analysieren, Maßnahmen zu planen und dadurch tatsächlich Veränderungen anzugehen, damit kein Umkehr-Effekt entsteht und die Mitarbeiter nicht das Gefühl bekommen, dass deren Feedback im Nirvana verschwindet. Außerdem sollten die Ergebnisse transparent kommuniziert werden, um die Mitarbeiter im Bilde zu halten, welche Themen intern relevant sind und welche Handlungsfelder denn tatsächlich anstehen und angegangen werden.


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Über Sarah Bohlmeier

sarahDie teambay GmbH wurde 2014 gegründet. Sarah Bohlmeier, Geschäftsführerin von teambay, ist selbst Personalentwicklerin und legte den Grundstein für Ihre persönliche Karriere mit einem MSc in Organizational Behaviour an der London School of Economics. Gemeinsam mit der Tech- und Produktexpertise des Gründerteams entstand die teambay Plattform, welche Managern die Möglichkeit gibt, deren Mitarbeiter-Feedback anhand von Echtzeit-Reports zu analysieren, Stärken und Schwächen aufzudecken und durch Daten gestützt gezielt Entscheidungen zu treffen, um eine bessere Unternehmenskultur zu fördern.

Homepage: www.teambay.com|  Twitter: @teambayco


Quelle des Artikelbilds: teambay / Zukunft Personal

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