„Start-up HR“ – Interview mit Thomas Paucker von JobUFO über Videobewerbungen per App

HR-Start-ups bringen derzeit viel frischen Wind in die Personal-Szene. In dieser Interviewreihe werden einige innovative Lösungen vorgestellt, die dafür sorgen sollen, dass die Personalarbeit in Zeiten der Digitalisierung noch einfacher, effektiver und effizienter wird. In meiner Interviewreihe „Start-up HR“ spreche ich heute mit Thomas Paucker von JobUFO. JobUFO bietet Unternehmen die Möglichkeit, über Videobewerbungen per App insbesondere junge Zielgruppen anzusprechen.

Was ist die Idee hinter Eurem Start-up und was war Deine ganz persönliche Motivation, mit der Du das Unternehmen (mit-)gegründet hast?

Ich habe mich schon immer für das Thema Gründung und Unternehmertum interessiert, weil meine Eltern selbstständig waren. Schon während der Schule habe ich mich ausprobiert und erste Schritte gemacht. Begonnen mit JobUFO hat alles an der Uni. Ich habe meinen Mitgründer Benjamin 2012 bei der Gründung von studentischen Gründunginitiativen kennengelernt, bei denen es uns darum ging mehr Gründungsinteresse an den Hochschulen zu entfachen. Benjamin und ich haben schnell gemerkt, dass wir gut zusammen arbeiten können und einen gemeinsamen Hintergrund im HR haben.


Bewerben ist nicht leicht – besonders nicht für junge Berufseinsteiger


Unsere Idee war damals, dass Bewerben echt nicht leicht ist – besonders nicht für Berufseinsteiger. Wir haben dann angefangen, etwas für Studierende zu bauen, weil wir selbst noch im Studium steckten. Dafür haben wir verschiedene Ideen entwickelt und intensiv mit Unternehmen und HR-Expert zusammengearbeitet. Dabei sind wir dann auf die Problematik der Besetzung von Ausbildungsplätzen gestoßen und haben gemerkt, dass es Unternehmen immer schwerer haben, junge Menschen zu erreichen und für die eigenen Jobs zu begeistern.

Wir haben uns gefragt, was passieren würde, wenn man sich mehr an den Bedürfnissen und der Medienrealität von jungen Bewerbern orientiert und diesen eine Möglichkeit gibt ein Medium zu nutzen, in dem sie echt gut auskennen und sich damit zu bewerben? Ich habe selbst eine Ausbildung gemacht und bin froh, dass ich diesen Weg nach dem Abi gewählt habe. Es treibt mich jeden Tag an, dass wir jungen Leuten helfen, den richtigen nächsten Schritt in ihrer beruflichen Laufbahn zu machen. Außerdem lerne ich sehr gern neue Sachen und da ist das Unternehmerleben wie geschaffen für mich.


„Im Bewerbungsprozess sprechen Unternehmen und junge Bewerber eine unterschiedliche Sprache“


Welchen konkreten „Need“ Eurer Kunden sprecht Ihr an und welchen strategischen und/oder operativen Mehrwert bietet Ihr Euren Kunden?

Irgendwie gibt es große Probleme zwischen Unternehmen und Bewerbern. Der Berufsbildungsbericht liest sich jedes Jahr wie eine Gruselgeschichte. Wir glauben, dass dies vor allem an der Kommunikation zwischen den jungen Menschen und Unternehmen liegt. Irgendwie sprechen beide eine unterschiedliche Sprache: Stellenanzeigen sind textintensiv, meistens nicht zielgruppengerecht und erreichen Bewerber so nicht. Und wenn eine Stellenanzeige mal jemanden erreicht, dann sind die meisten Verfahren nicht mobil durchoptimiert bis zum Schluss.

Ablauf_JobUFO

Da kommen wir ins Spiel. Wir nutzen unsere Videotechnologie, um Berufsorientierung für Jobsuchende zu leisten und wenn dann die richtige Stelle gefunden wurde, helfen wir Bewerben einfach und schnell, über das Video – dem Medium der alltäglichen Kommunikation – sich zu bewerben.

Was genau unterscheidet Euch von anderen Anbietern auf dem Markt?

iPhone-1Der Einsatz von Videos steigt erfreulicherweise immer mehr an. Es gibt tolle Lösungen für Interviews, Berufsinformation und für das eigentliche Bewerben.

Was uns von allen anderen Lösungen unterscheidet, ist, dass wir uns auf Leute zwischen 14 und 25 Jahren konzentrieren und unser Angebot auf Ausbildungen, Nebenjobs, duale Studiengänge und Praktika konzentrieren.

Unsere App fokussiert sich auf Videotechnologie und setzt diese zielgruppengerecht in einer ähnlichen Art wie Snapchat ein. Das erreicht junge Menschen und hilft ihnen, sich in der für sie neuen Welt der Bewerbungen zurechtzufinden.


Videos sind ein ernst zu nehmendes Medium – und nicht nur ein Tool für das Employer Branding


Was sind in der Praxis konkrete Einsatzzwecke/Use Cases für Euer Produkt? Kannst Du dazu eine kurze Success Story beschreiben?

iPhone-2Eingesetzt werden kann JobUFO überall dort, wo junges motiviertes Personal gesucht wird. Es ist dabei aber immer wichtig, dass man das Video auch wirklich als Medium ernst nimmt und nicht nur als Tool für das Employer Branding versteht. Wenn man das tut, kann man Videos hervorragend dafür nutzen, eigene Geschichten vom Unternehmen zu erzählen, authentisch zu vermitteln, wofür man steht und einen wirklich mobilfreundlichen Bewerbungsweg eröffnen, der ohne Qualitätsverluste auskommt.

Wir bekommen von unseren Kunden die Rückmeldung, dass sie nie gedacht hätten, dass die Qualität der Videos und ihre Aussagekraft so hoch sind. Diese junge Generation nutzt nun einmal Apps wie Snapchat, Instagram und Musical.ly und weiß, mit der Kamera umzugehen. Die Deutsche Bahn hat sich z. B. sehr gefreut, dass sie auf einmal von jungen Menschen viel positiver und innovativer wahrgenommen wird. Mit der Videobewerbung haben sie einen zusätzlichen Kanal der Bewerbung geöffnet und auch viel Lob bekommen. Ein so großer Staatskonzern, der auf einmal auf neue Medien setzt und junge Leute anspricht – das kommt gut an bei der Generation U25.

Welche Voraussetzungen muss ich als Unternehmen schaffen, um Euer Produkt/Eure Leistung gezielt einsetzen zu können? Welche Fallstricke lauern Deiner Erfahrung nach in der Praxis und wie können diese gelöst werden?

Neben der bereits angesprochenen Offenheit für das Thema braucht es eigentlich nur einen Internetzugang und einen PC oder Mac. Wir sind als durch den Microsoft Accelerator gefördertes Unternehmen technisch im Stande, so einiges möglich zu machen. Von dem Web-Interface bei nicht vorhandener HR-Software, bis zur Integration in bestehende Systeme können wir die Nutzung von Videos im Recruiting möglich machen. Wir helfen auch bei der Erstellung von Videos und sogar 360°-Videos für Stellenanzeigen. Es gibt zwar schon viele Unternehmen, die solche Videos haben, aber wir helfen auch denen, die gern eines hätten.


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Über Thomas Paucker

Thomas-Paucker-von-JobUFO-298x300JobUFO wurde 2016 von Karl Fleischmann, Benjamin Maischak und Thomas Paucker in Berlin gegründet. Vorher waren die Gründer in anderen Unternehmen und Start-ups im HR-Bereich aktiv. Das Unternehmen hilft jungen Menschen zwischen 14 und 25 Jahren beim Berufsorientierung und dem -einstieg. Dabei gehen die Gründer an Schulen, auf Messen und sind sehr aktiv auf Instagram und Snapchat, um der Alltagswelt der jungen Berufseinsteiger möglichst nah zu sein. JobUFO berät zudem Unternehmen im Bereich Employer Branding, Azubi-Marketing und stellt komplett mobile Bewerbungswege für kleine bis große Unternehmen zur Verfügung.

Homepage: www.jobufo.de|  Twitter: @jobUFOapp


Quelle des Artikelbilds: JobUFO

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