Navigating the FUTURE: Human Relations als Treiber der Transformation – Beitrag zur Blogparade für den DGFP // congress 2018

Unter dem Motto „Navigating the FUTURE – Wie kommen wir zum Digitalisierungs-Mars?“ findet der diesjährige DGFP // congress der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. statt – diesmal als zweiteiliges Veranstaltungsformat im Mai und September. Beim Take-off auf der re:publica sowie den beiden Veranstaltungen wird die Expedition von HR-Bloggern begleitet.

Dieser Post ist ein Beitrag zur Blogparade für den DGFP // congress – die übrigen Beiträge gibt es hier.

Die Besiedlung des Mars – was aufgrund der lebensfeindlichen Bedingungen auf dem Erdtrabanten lange undenkbar schien, gerät aufgrund der visionären Kraft einzelner Pioniere in greifbare Nähe. Auf der Digitalkonferenz „South by Southwest“ verkündete Tesla-Milliardär und SpaceX-Gründer Elon Musk kürzlich, ab 2025 den Mars bevölkern zu wollen. Auch John F. Kennedy, der in den 1960er Jahren binnen eines Jahrzehnts eine amerikanische Mission auf den Mond brachte, wollte ursprünglich den Mars erkunden, wie Astronaut Buzz Aldrin im Nachhinein enthüllte.

Was aber hat das mit HR zu tun, fragen Sie sich jetzt vielleicht?

Im Digitalen Zeitalter haben wir nicht mehr die Antwort auf alle Fragen – es sind vielmehr die Fragen selbst, die uns weiterbringen. Die Mission zum Mars steht als Metapher für die Bewältigung der Herausforderungen, denen sich Unternehmen in der Transformation gegenübersehen. Die Beantwortung der Frage „Wieso sollten wir überhaupt zum Mars fliegen?“ mag vielleicht derzeit nicht dringlich erscheinen. Sie wird es jedoch, wenn wir Entwicklungen wie Demographie, Erderwärmung etc. fortschreiben – und zwar nicht linear, sondern exponentiell!


Die Mars-Mission zeigt: Change is „the new normal“


Für Unternehmen stellt sich daher (selbst wenn sie aktuell noch keine Gefahr wittern) die Frage, wie sie sich bereits heute für die Zukunft rüsten können – und sich transformieren, solange es ihnen (noch) gut geht. Diese Fragen, die Unternehmen in der Transformation umtreiben, können jedoch in der VUCA-Welt gleichzeitig nicht mehr von Einzelnen beantwortet werden. Es braucht Netzwerke, in denen Wertschöpfung schneller, flexibler und agiler erfolgen kann als zuvor. Diese Netzwerke sind in (und zwischen!) tradierten Unternehmen jedoch eher die Ausnahme als die Regel. Sie müssen somit entstehen, Organisationen wandeln sich in ihrer Struktur. Und da heißt es zuerst einmal, einen stabilen Zustand zu verlassen, um sich auf eine Reise ins Ungewisse zu begeben. Veränderung wird zur Normalität – und bei der Bewältigung dieser Herausforderung bringen uns die bisherigen Tools nicht weiter, wie Harald Schirmer in seinem Beitrag zur Blogparade ausführt. Das Toolset kann erst dann sinnvoll genutzt werden, wenn auch ein entsprechende Skillset und Mindset vorhanden sind – HR als „Human Relations“ muss zum Treiber und Enabler der Transformation in den Unternehmen werden.


HR als „Human Relations“ muss Verantwortung übernehmen und die Transformation mit treiben


Wie aber kann es HR gelingen, zum Treiber der Transformation zu werden? HR braucht ein neues digitales Mindset, war mein Fazit auf dem HR Innovation Day 2017. Blogger Jo Diercks stellt gar die These auf, für viele HRler hieße „was mit Menschen zu machen“ eben gerade, nichts mit Technik zu tun zu haben. Häufig gilt: Selbst wenn der Wille da ist, so fehlt doch auch bei HR selbst die „Digital Literacy“. Sind es also nur die Träume einzelner, die eine so kühne Vision erst möglich und dann realistisch werden lassen? Dies bringt uns zurück zum Mars – denn diese Vermutung läge angesichts der klimatischen Verhältnisse auf dem Mars nahe… Doch halt! Obwohl die Luft auf dem roten Planeten eigentlich zu dünn zum atmen ist und schon Elton John wusste, dass es dort „as cold as hell“ ist, keimt Hoffnung: So denkt laut FOCUS online beispielsweise die NASA darüber nach, ab 2040 ein künstliches Magnetschild zu erzeugen, dass eine Kolonialisierung des Mars ermöglichen soll. Um die tatsächlichen Bedingungen genauer zu erkunden, sind derzeit zwei Marsrover im Einsatz: zuerst „Opportunity“, dann „Curiosity“. Hmm, evidence-based HR ist schön und gut – und sicher hätten smartere Analytics z. B. das Challenger-Unglück verhindert – aber sicherlich weder die Mission initiiert noch die passionierten Ingenieure angetrieben, die Rakete zu bauen. Und gleichzeitig stellt sich die Frage: Haben wir die Zeit, auf „Beweise“ zu warten? Bzw. …

Brauchen wir erst Möglichkeiten, um neugierig zu werden – oder öffnet nicht Neugier den Raum, um Möglichkeiten zu entdecken?

Vertrauen, Neugier und Motivation entstehen nicht am Reißbrett – sondern zwischen Menschen. Was also hält uns davon ab, einfach mal loszulegen und uns auf den Weg zu machen? Der Mars, welcher seinen Namen übrigens vom römischen Kriegsgott hat, wird von zwei Monden, Phobos (griechisch: Furcht) und Deimos (griechisch: Schrecken) begleitet. Phobos ist der deutlich größere der beiden – und auch diese Analogie ist spannend: Ist am Ende die menschliche Angst davor, Neues zu wagen ungleich größer als der tatsächliche Schrecken des (vermeintlichen) Scheiterns? Angst, die vor allem aus drei Ursachen resultiert, die es für HR zu adressieren gilt:

  • fehlender „Sense of Urgency“: „Warum sollen wir uns auf den Weg machen?“
  • Ungewissheit: „Welche Chancen und Risiken bietet die Digitale Transformation?“
  • fehlende Selbstwirksamkeit: „Sind wir dafür überhaupt schon richtig aufgestellt?“

Jeder Einzelne trägt eine Mitverantwortung für die eigene Employability im Digitalen Zeitalter – nicht nur HR


HR als Human Relations ist also in mehreren Rollen gefordert. Harald skizzierte bereits den „Trusted Irritator“, der wachrüttelt und Neugier entfacht. Daneben muss HR – und auch das lässt sich von den Pionieren lernen – auch Folgendes sein, um die Organisation als Treiber ins Digitale Zeitalter zu führen:

  • „Purposeful Initiator“: Als Vermittler einer überzeugenden Zukunftsvorstellung erzeugt HR unter Einbindung der Betroffenen eine positive Transformationsvision und vermittelt diese in der Organisation.
  • „Experimental Enabler“: Durch Experimente, d. h. Trial and Error, Ausprobieren und Erleben schafft HR Erfolgserlebnisse, weckt Neugier und baut Ängste ab. Grundlage hierfür ist die Etablierung einer Experimentierkultur in der Organisation.

Die daraus resultierende Digitale Selbstwirksamkeit, die es uns erlaubt, uns auf den Weg zu machen, lässt auch Digital Literacy entstehen und bahnt den Weg für ein Digital Mindset. Hierfür ist nicht alleine HR verantwortlich – sondern jeder Einzelne trägt eine Mitverantwortung für die eigene Employability im Digitalen Zeitalter. Wahrscheinlich braucht es HR dann nicht mehr in der bisherigen Form – mit Sicherheit aber in den skizzierten Rollen! Diese Entwicklung wäre jedenfalls ein kleiner Schritt für den Einzelnen, aber ein großer Schritt in Richtung einer Transformationskultur 😉 Denn erst wenn diese Baseline geschaffen ist, kann Neugier entstehen und die positive Vision der digitalen Zukunft eine hinreichende Sogwirkung entfalten. Eine Neugier, die nicht auf evidenzbasierte Möglichkeiten wartet. Eine Neugier, die stärker ist als die Ängste und Befürchtungen. Eine Neugier, die stattdessen Hoffnungen weckt – oder, wie es John F. Kennedy 1962 formulierte:

Well, space is there, and we’re going to climb it, and the moon and the planets are there, and new hopes for knowledge and peace are there. And, therefore, as we set sail we ask God’s blessing on the most hazardous and dangerous and greatest adventure on which man has ever embarked.

Für alle, die sich mit auf die Reise machen und beim DGFP // congress dabei sein wollen, verlose ich 2 Freikarten. Dafür einfach eine E-Mail an HRStrategieBlog@web.de senden – first come, first serve 😉


Quelle des Artikelbilds: DGFP e.V.

2 Kommentare

  1. […] aber auch nicht so wichtig, denn, wie schrieb mein lieber Blogger-Kollege Sebastian Hollmann im Rahmen dieser Parade bereits: „Im Digitalen Zeitalter haben wir nicht mehr die Antwort auf alle Fragen – es sind […]

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  2. […] aber auch nicht so wichtig, denn, wie schrieb mein lieber Blogger-Kollege Sebastian Hollmann im Rahmen dieser Parade bereits: „Im Digitalen Zeitalter haben wir nicht mehr die Antwort auf alle Fragen – es sind […]

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