„Start-up HR“ – Interview mit Johannes Müller von Workpath über agile Management-Tools

HR-Start-ups bringen derzeit viel frischen Wind in die Personal-Szene. In dieser Interviewreihe werden einige innovative Lösungen vorgestellt, die dafür sorgen sollen, dass die Personalarbeit in Zeiten der Digitalisierung noch einfacher, effektiver und effizienter wird. In meiner Interviewreihe „Start-up HR“ spreche ich heute mit Johannes Müller von Workpath. Workpath unterstützt Unternehmen dabei, durch die Einführung von OKRs („Objectives and Key Results“) ihre Kultur agiler und digitaler zu gestalten.

Was ist die Idee hinter Eurem Start-up und was war Deine ganz persönliche Motivation, mit der Du das Unternehmen (mit-)gegründet hast?

Als Gründerteam von Workpath haben wir zuvor alle in verschiedenen digitalen Unternehmen gearbeitet und sind mit den agilen Prozessen und Tools, die eine solche Organisation ausmachen, bestens vertraut. Wir haben in den letzten Jahren festgestellt, dass sich immer mehr etablierte Unternehmen an den Ansätzen der Digitalwirtschaft orientieren und nach Lösungen suchen, um selbst eine digitale Unternehmenskultur zu entwickeln. Dabei geht es meist darum, schneller und agiler zu werden und sich in einer digitalisierten Geschäftswelt zurecht zu finden, aber auch darum, ein attraktiver Arbeitgeber für eine neue Generation von Arbeitnehmern zu werden – mit besser einbezogenen Mitarbeitern.

Aus unserer Erfahrung helfen digitale Ziel- und Performance-Management Frameworks (wie Objectives und Key Results) entscheidend dabei, diese Aktionsfelder der digitalen Transformation zu adressieren. Mit Workpath helfen wir deshalb, ergebnisorientiertes Arbeiten, Mitarbeitermotivation und eine Transparenz von Zielen, Metriken und Abhängigkeiten zu fördern. Modernes Zielmanagement mit Workpath ermöglicht eine bessere Planung und Koordination von Zielen über Abteilungsgrenzen hinweg, hochfrequente Kommunikation und Iteration, sowie kontinuierliches Feedback und Coaching in den Teams. Unsere große Motivation ist es dabei, etablierte Organisationen in Europa mit einer modernen Performance Management Plattform bei der Digitalisierung zu unterstützen.

Welchen konkreten „Need“ Eurer Kunden sprecht Ihr an und welchen strategischen und/oder operativen Mehrwert bietet Ihr Euren Kunden?

Wir helfen Unternehmen, ihre Strategien ergebnisorientiert und agil zu implementieren und Mitarbeiter dabei besser zu aktivieren. Im operativen Tagesgeschäft fördert Workpath eine kontinuierliche Optimierung durch datengetriebene Planung und Bewertung.

Wo viele Organisationen Schwierigkeiten haben, ist in der Umsetzung von langfristigen Strategien bei sich ständig verändernden Rahmenbedingungen. Das Problem liegt vor allem darin, dass in sehr langen Zyklen und starren Prozessen und Strukturen geplant wird. Das funktioniert in einer immer schneller werdenden Wirtschaft und der digitalen Welt jedoch einfach nicht mehr, und genau dort setzen wir an.


Planung in langen Zyklen und starren Prozessen funktioniert in der digitalen Welt einfach nicht mehr


Was genau unterscheidet Euch von anderen Anbietern auf dem Markt?

Wir haben alle schon lange Erfahrung im Arbeiten mit OKRs und von Excel bis hin zu dedizierten Zielmanagement-Lösungen viele Ansätze kennengelernt. Das war meist eine frustrierende Erfahrung. Was in unseren Augen kaum ein Lösungsanbieter bisher verstanden hat ist, dass digitales Zielmanagement, z. B. mit OKRs, mehr als ein reines Management- und Controlling-Tool ist. Vielmehr ist es ein Kommunikationsrahmen, der die richtigen Impulse setzt und Unternehmen wie auch Teams auf dem Weg zur Zielerreichung zusammenhält, indem es sie effizient planen, iterieren, und kommunizieren lässt.

Daraus leiten sich auch die Anforderungen an eine prozessbegleitende Software ab, weshalb wir uns primär als ergebnisorientierte Kommunikationsplattform für alle Mitarbeiter verstehen. Eine einfach verständliche Software, die alle Mitarbeiter durch den Prozess führt, Zusammenhänge visualisiert und den individuellen Vorteil für den einzelnen früh klar macht – das bieten wir mit Workpath. So wollen wir verhindern helfen, was wir schon zu oft miterlebt haben: dass die Einführung dieser neuen Prozesse im Rahmen der digitalen Transformation scheitert.

Zudem sind wir unseres Wissens nach der einzige Anbieter mit Servern ausschließlich in Deutschland und einer bewussten Anpassung an deutsche Datenschutz- und Privatsphäre-Standards. Digitale Methoden wie Objectives und Key Results müssen im europäischen Kontext im Einklang mit Arbeitnehmervertretern und Gesetzgebung weiterentwickelt werden, um erfolgreich sein zu können.


Objectives and Key Results (OKRs) als Rahmen zur Etablierung einer digitalen Unternehmenskultur


Was sind in der Praxis konkrete Einsatzzwecke/Use Cases für Euer Produkt? Kannst Du dazu eine kurze Success Story beschreiben?

Workpath ist immer dann eine Lösung, wenn Unternehmen ergebnisorientiertes und datengetriebenes Arbeiten, mehr Fokus, kontinuierliche Iterationen und Feedback, sowie eine bessere Beteiligung von Mitarbeitern – sprich, eine digitale Unternehmenskultur – entwickeln möchten.

So arbeitet beispielsweise das Retail Analytics Unternehmen Minodes (ein Telefonica Tochterunternehmen) mit Workpath. Die neue operative Führung von Minodes wollte ein Zielmanagement-System etablieren, welche eine bessere strategische Koordination und Projektrealisierung über verschiedene Standorte und Geschäftsbereiche hinweg ermöglicht. Das Unternehmen entschied sich dann, OKRs mit Workpath einzuführen. Konkret hilft unsere Software dort, Ziele und Fortschritt, aber auch Herausforderungen und Feedback zum Teil der täglichen Kommunikation zu machen. So fühlen sich Mitarbeiter nicht nur besser eingebunden, die neue Transparenz hilft auch der Führung bei der Bewertung der aktuellen Unternehmenslage. Außerdem konnten die internen Prozesse so durch frühe Koordination und datengetriebene Planung effizienter gestaltet werden.

Welche Voraussetzungen muss ich als Unternehmen schaffen, um Euer Produkt/Eure Leistung gezielt einsetzen zu können? Welche Fallstricke lauern Deiner Erfahrung nach in der Praxis und wie können diese gelöst werden?

Was für die Digitalisierung im Allgemeinen gilt, trifft auch auf die Einführung eines modernen Ziel- und Performance Management Systems und die Nutzung von Workpath zu: Es steht und fällt mit dem Commitment des Managements und der Bereitschaft, bestehende Prozesse und Gepflogenheiten weiterzuentwickeln.

Wenn dieses Bewusstsein und der Rückhalt in der gesamten Geschäftsführung und nicht nur in der HR-Abteilung da ist, haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Schwierig ist es tatsächlich immer dann, wenn Digitalisierungsmaßnahmen dieser Art als reine Personalthemen begriffen werden. Digital erfolgreiche Unternehmen haben einen holistischen Blick auf Mensch, Aufgabe und Leistung und machen die Abstimmung dieser drei Dimensionen zur obersten Priorität.


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Über Johannes Müller

mueller

Johannes Müller ist Gründer und Geschäftsführer von Workpath. Als Experte für agile Unternehmensführung, OKRs und Mitarbeiteraktivierung beschäftigt er sich mit modernem Ziel- und Performancemanagement sowie Organisationsdesign. Johannes Müller studierte BWL sowie Technologie-Management an der LMU München, am CDTM sowie an der Columbia Business School.

Homepage: www.workpath.com|  Twitter: @johmmueller


Quelle des Artikelbilds: Workpath GmbH

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